Ist die Videoüberwachung im Privatbereich sinnvoll?

Für die Überwachung von Grundstücken und Einfamilienhäusern werden immer öfter Kameras eingesetzt. Im Außenbereich installierte Kameras können Einbrecher abhalten oder Vandalismus verhindern.

Allerdings darf die Kamera nur das eigene Grundstück, nicht aber öffentliche Wege oder gar Nachbargrundstücke abdecken. Dies würde gegen die Persönlichkeitsrechte eines Jeden verstoßen, denn jeder Mensch hat das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Daher ist es zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern nur unter konkret schwerwiegenden Anlässen möglich, Kameras zur Überwachung zu nutzen.

Im Innenbereich können Kameras ebenfalls zum Einbruchschutz genutzt werden, allerdings ist ein etwaiger Einbrecher dann schon im Haus, wenn die Kamera durch Bewegungsmelder auslöst.

Videoüberwachung wird im Privatbereich eher eingesetzt, um Räume zu überwachen. Im Kinderzimmer kann sie als Babyphone genutzt werden, um zum Beispiel den Schlaf von Babys und Kindern zu überwachen. Auch zu pflegende Personen können so im Auge behalten werden, allerdings bedarf es hier ebenso deren Zustimmung, wie bei zu überwachendem Haushaltspersonal.

Außer in wirklich schwerwiegenden Fällen, wie bei demenzkranken Personen, deren Zustimmung eventuell nicht gegeben werden kann, deren Überwachung aber zu Erfüllung der Aufsichtspflicht gegeben sein muss oder aber Diebstählen oder Sachbeschädigungen durch Hausangestellte, die sich nicht anders aufklären lassen, darf Videoüberwachung im Privatbereich nur mit Einverständnis aller Beteiligten erfolgen.

Im Außenbereich ist das Anbringen eines Schildes mit Hinweis auf Videoüberwachung sinnvoll und dient dadurch als Abschreckung schon dem Einbruchschutz.